# Ferkeleien und Stiefelsaufen

- Link: https://www.kuechenserver.org/2005/04/24/ferkeleien-und-stiefelsaufen/
- Published: 2005-04-24T19:42:02+02:00
- Author: Christian Krakau-Louis

Köln ist bekanntermaßen meine erklärte Lieblingsstadt (nein, Hamburg kann nicht 
dagegen ankommen) und daher habe ich mich dazu entschlossen, dass auch diese Stadt
eine Rubrik in meinem Blog verdient hat.

Auslöser dafür war eine Begegnung mit einer armen, verwirrten Hamburgerin, die ich
auf der Hinfahrt nach Münster an diesem Wochenende im Zug gesprochen hatte. Sie 
wollte sich doch tatsächlich in die Tourihölle „Altstadt“ stürzen!

Um das zu ändern, wird es in loser Folge ein paar Tips und Reviews von meist touristenfreien
Plätzen in Köln geben, insbesondere rund um die Ringe und die Zülpicher.

Den Anfang macht hier das Ferkulum, ein Gyrosladen auf der Zülpicher Straße, der
mir bis zu diesem Wochenende nie so richtig im Gedächnis hängengeblieben ist.
 Essen
auf der Zülpicher Straße ist nämlich für mich untrennbar mit dem [La Croque](http://www.la-croque.de/)
verknüpft. In diesem Laden – kleine Geschichte und Kritik folgt bestimmt – esse 
ich nämlich schon seit knapp 10 Jahren immer gut und gerne. Selbst die Umwandlung
zu einer Cocktail-Lounge ist der Küche nicht negativ bekommen.

Dieses Wochenende waren wir jedoch anderweitig auf der Zülpicher unterwegs und ein
akuter Hungeranfall von Mira, Volker, Mel und mir führte dazu, dass wir zu 3/4 ins
Ferkulum verschwanden, wo es laut Miras Freundin Claudia den wohl besten Gyros around
geben sollte.
 Und, Claudia hatte recht. Für 3,40 EUR bekommt man dort einen perfekten
Gyros – und das sage ich als chronischer Gyroshasser und Dönerliebhaber. Das Fleisch
war vergleichsweise mager, hatte keine schwabbeligen Stücke und naja, es gibt das
Zeug bis mitten in der Nacht frisch. Also, definitiv ein „Daumen hoch“.

Anschließend verschwanden wir dann in den „[Stiefel](http://www.cologne-in.de/kneipen/k_stiefe.htm)„,
ebenfalls auf der Zülpicher. Diese Kneipe, die meines Wissens nach lange Zeit fester
Treffpunkt der Kölner Antifa war, schenkt wohl das preiswerteste Bier auf der gesamten
Straße aus (0,2l Gaffel für 1,30 EUR).
 Desweiteren gibt es im chronisch vollen 
Inneren einen Flipper, einen Billiardtisch sowie einen Kicker. überhaupt war die
Atmosphäre dieses Ladens sehr speziell und gut mit dem Flair des Hamburger Bergs
zu vergleichen. Ich hatte jedoch persönlich den Eindruck, dass hier zu viele „hippe
Alternative“ rumhingen und die Authentizität dieses Ladens darunter ein wenig gelitten
hat. Desweiteren führt der Stiefel weder Bionade noch Mate, nicht einmal Afri Cola
war dort zu bekommen. Ich selbst fühlte mich auch nicht besonders wohl dort, allerdings
kann das auch an meiner allgemeinen Müdigkeit gelegen haben.

Klar, der Stiefel ist kultig, aber die Wiederholungsgefahr für einen Besuch ist 
sicherlich nur nach mehreren Wochen Kickertraining in der Firma gegeben.

Unsere Niederlassung verfügt nämlich in der Tat, genau wie der Fachbereich, über
einen Kicker. ebenfalls in direkter Nähe zur süßigkeitenkiste und dem Getränkeautomaten.
Und auch bei uns belagern die „üblichen Verdächtigen“ diesen Kicker in schöner Regelmäßigkeit.
Nachdem ich mich mal gegenüber meinem Chef darüber verwundert gezeigt hatte (denn
auch während der Arbeitszeit stehen da immer mal wieder Leute rum), kommentierte
er das nur mit einem kurzen: „Sssssh, die kickern gerade um die nächste Gehaltserhöhung….“.
Immerhin, ich bin gewarnt… 🙂

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