# Vatertags-Souvenirs

- Link: https://www.kuechenserver.org/2005/05/10/vatertags-souvenirs/
- Published: 2005-05-10T10:42:40+02:00
- Author: Christian Krakau-Louis

Da war er nun, mein erster Vatertag in Hamburg. Mein erster Feiertag allein in dieser
großen Stadt. Irgendwie nicht besonders prickeln, so weit weg von der ureigenen 
Gruppe männlicher Freunde (auch gern „die üblichen Verdächtigen“ genannt), allein
auf sich gestellt, und dass dann auch noch am VATERTAG! Nun, das dachte sich dankensweiterweise
auch ein lieber Kollege von mir und beschloß spontan, mich auf Tour mitzuschleppen
und mit den hiesigen Feiertags- und Trinkritualen vertraut zu machen.
 Also standen
wir irgendwann Mittwochs abends dann gegen kurz vor Ladenschluß an der Wal-Mart-
Kasse, um uns mit ein wenig Grillgut, Grillbeilagen wie Baguette und Kräuterbutter
und natürlich auch zwei Sixpacks einzudecken. Nachdem wir dann um kurz vor neun 
auch wieder gut zu Hause angekommen waren (besagter Kollege wohnt zufällig auch 
in meiner Nachbarschaft), verabredeten wir uns für den darauffolgenden Tag um kurz
vor zehn.

Ziel des Ausflugs an diesem Tag war dann der Stadtpark von Hamburg. Nach kurzer 
Fahrt mit der U-Bahn und längerer Suche innerhalb des nicht gerade kompakten Areals
gelang es uns dann auch, die weiteren Teilnehmer dieses Vatertags-Get-Togethers 
zu finden. Und wir staunten nicht schlecht, als die Jungs neben einem Grill auch
ein Fässchen am Start hatten. Für alle Rheinländer: Hier in dieser Diaspora ist 
es nicht unbedingt üblich, dass man Fassbier am Start hat. Faß heißt hier gerne 
auch mal automatisch „Zapfanlage“ und „KEG“. Nix mit Pittermännchen (oder größer),
Zappes und gib‘ ihm….
 Immerhin sah das angekarrte selbstkühlende(!!) Tucher-Pils-
Faß die Bedienung mit Zapfhahn vor, jedoch schienen die durchführenden Nordlichter
im Umgang mit diesem Gerät nicht sonderlich geübt (Faß direkt entlüftet -> Bierfontäne,
kein Holzhammer am Start usw.). Zum Schluß aber sprudelte auch aus diesem Hahn dann
etwas, was in der Region hier „Bier“ genannt wird. Der Rest des Tages läßt sich 
relativ kompakt beschreiben: es war scheißkalt, aber sonnig, das Grillen klappte
besser als das Anzapfen und Wodka Ahoi ist eine interessante Art, Brause zu konsumieren.
Um ca. 16h trennten sich mein Nachbar und ich dann auch wieder von der reinen Männergruppe(
was wohl Seltenheitswert hat, anscheinend sind die Hamburger da inzwischen arg verweichlicht
und schleppen Frauen mit an……) und traten den Heimweg an. Leider hatte ich auch 
am nächsten Morgen noch eine ziemlich unangenehme Erinnerung an diesen feucht-fröhlichen
Tag…. Nein, nicht dass was Ihr jetzt wieder denkt. Durch den scharfen Wind und die
Sonne habe ich mir den ersten Sonnenbrand des Jahres eingefangen. Und da sage nochmal
einer, dass in Hamburg immer so schlechtes Wetter sei!

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