# Das erste Mal: Karneval in Hamburg feiern

- Link: https://www.kuechenserver.org/2005/11/30/das-erste-mal-karneval-in-hamburg-feiern/
- Published: 2005-11-30T11:11:59+01:00
- Author: Christian Krakau-Louis

Spät kommt der Bericht, aber er kommt – im Gegensatz zur Zugspitzen-Story:
 11.11.
Ganz Hamburg ignoriert Karneval? Ganz Hamburg? Nein! Ein kleines DorfEine kleine
Kneipe am Fleet feiert, was das Zeug hält. Diese Kneipe nennt sich StäV und ist 
bei unseren [vorherigen Besuchen](https://www.kuechenserver.org/2005/09/24/standige-enttauschung/)
[nicht besonders gut](http://www.openbsd-geek.de/archives/200-Rheinland-im-Ausland.html)
weggekommen.

Wie [Marcus](http://blog.thiesen.org/archives/2005/11/12/hamburg-alaaf/) jedoch 
bereits berichtet hat, war die Karnevalsfeier in der [StäV](http://www.staev.de/staev-hamburg/index-hamburg.html)
eine echte Ausnahme. Wie [bereits angekündigt](https://www.kuechenserver.org/2005/11/04/karnevalsvorbereitungen/)
haben wir Rheinländer in der StäV Karneval gefeiert – im Gegensatz zur Ankündigung
war ich dabei jedoch nicht in ein Piratenkostüm, sondern in einen Bademantel (mit
Handtuch) gehüllt und stilecht auch mit einem Anhalter bewaffnet.

Lustigerweise flog mir auch direkt, als ich den Fuß in die Tür der StäV setzte, 
eine Blondine mit den Worten „Hey, ich weiß wer Du bist, ich hab den Film erst letzte
Woche gesehen und fand ihn lustig“ (sic!) um den Hals.

Aufgrund des allgemeinen Getümmels habe ich mich jedoch nicht weiter mit ihr unterhalten
können.

Bevor wir jedoch überhaupt erst in den Laden einkamen, war Geduld angesagt. Da die
Schlange gegen acht so lang war, dass wir ne gute Stunde hätten draußen warten müssen,
haben wir die Zwischenzeit durch den Besuch eines Irish Pub in Rathausnähe abgefedert–
jedoch zwischenzeitlich wieder in Zivil gehüllt.

Gegen elf war dann der Besuch der StäV wieder möglich und mein Kostüm hat sich als
durchaus gelungen herausgestellt – das Klima, falls man es denn überhaupt noch so
nennen kann, innerhalb der Kneipe war zumindest eher Sauna als alles andere.

Entsprechend aufgeheizt war aber auch schon die Stimmung, so dass wir nach ein, 
zwei Bieren genau wie die umliegenden Rheinländer wild mitsingend und -schunkelnd
in der Gegend herum standen. Lustig dabei, wie sehr sich doch Texte und anderes 
rheinisches Kulturgut im Unterbewußtsein verankern. Ebenfalls lustig waren auch 
die hilflos herumstehenden und nicht-textsicheren Hamburger, die offensichtlich 
mitgeschleppt wurden. Jedoch hat sich der Großteil dieser Gruppe dann auch schnell
eine andere Beschäftigung für den durch Mitsingen nicht sonderlich belasteten Mund
gesucht.

Alles in allem muss ich sagen, dass der Event vom Partyfaktor her durchaus dem Rheinland
das Wasser reichen kann. Und wie Sina und Marcus auch muss ich zugeben, dass ich
in der alten Heimat eine entsprechende Veranstaltung wahrscheinlich weiträumig gemieden
hätte – wenn ich mich recht erinnere, habe ich Sessionseröffnung vorher noch nie
in meinem Leben gefeiert…

Am darauffolgenden Tag haben Sina und ich die StäV übrigens noch einmal besucht 
und wurden, da wir uns mit dem Betriebsleiter des Ladens – seines Zeichens ebenfalls
Rheinländer – auf dem Weg nach Hause noch kurz unterhalten hatten, sogar mit Handschlag
begrüßt. Und unsere vorlaute Meckerart hat uns dann auch noch ein kleines Kölsch
eingebracht, doch das ist wieder eine andere Geschichte; kleiner Tip: achtet mal
auf die Eingangstür…

Fazit: Ich werde den Laden ab sofort auf jeden Fall häufiger aufsuchen.

[Wolfgang Niedecken und die WDR Big Band – Für’ne Moment; im ICE kurz vor Göttingen]

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