# Christian im Schnee

- Link: https://www.kuechenserver.org/2006/01/19/christian-im-schnee/
- Published: 2006-01-19T19:05:28+01:00
- Author: Christian Krakau-Louis

Nun, viele von Euch werden es ja schon wissen: Ich habe mich im Herbst letzten Jahres
spontan für die Teilnahme an einem Skiurlaub entschieden. Die Rahmenparameter, die
ich kannte, waren eigentlich nur: Es geht in den Schnee und eine [liebe Freundin](http://www.powerblog.de)
von mir kommt mit.

Zugegeben nicht viel, aber zu dem Zeitpunkt hat die Aussicht auf eine Auszeit sehr
verlockend geklungen, ganz egal wo und wie.

Und nun, ein paar Monate später, befinde ich mich in der Tat in dem Wahnsinn Skiurlaub,
von dem ich niemals geglaubt hätte, ihn mitzumachen. Es hat uns in die Schweiz, 
genauer nach Saas Fee, gezogen und wir bevölkern hier mit 17 Menschen zwei Ebenen
einer lustigen kleinen Hütte – gottseidank mit Stromanschluß! Die Restmenschen kennen
sich vor allem aus Jugendrotkreuzfahrten. Das finde ich aber auch eher positiv, 
immerhin sind so auch immer geschulte Ersthelfer in meiner Nähe.

Und, wie es sich für einen richtigen Skiurlaub gehört, verbringe ich auch Zeit auf
Skiern. Skier? Der Christian?! Richtig! Bekanntermaßen sind körperliche Koordinationsfähigkeit
und Christian eher orthogonal zueinander zu sehen. Daher habe ich auch recht schnell
gelernt, dass es gar nicht so sehr weh tut, wenn man sich im Schnee auf die Nase
legt. Und das ist mir oft passiert – immerhin gehöre ich ja auch zu der Fraktion
Menschen, die aus Fehlern gerne und viel lernen. Aber: in den Schnee fallen ist 
auch auf eine gewisse Art und Weise unterhaltsam. Ich sehe es inzwischen ein wenig
wie eine selbstnachgespielte Stuntshow. Und wer von uns bewunderte als Kind nicht
Colt Seavers?!

Aber um ernst zu bleiben: In der Zwischenzeit kann ich mich sogar auf den Brettern
halten und hab die einfachste blaue Piste (auch als Marcus*-Pass bekannt [manche
nennen ihn auch „Idioten“-Hügel]) relativ sicher im Griff; ich fahre inzwischen 
diese Piste und nicht mehr die Piste mich. Es gibt drei Schwierigkeitsstufen bei
den Pisten: blau, rot und schwarz. Schwarz ist nur was für Leute, die eine Tour 
auf die Zugspitze als „seichten Sommerspaziergang“ bezeichnen, blau ideal für Skin00bs
wie mich.

Dieses Glück der Herrschaft habe ich nicht mit jeder blauen Piste. Genauer: sobald
das Ding auch nur annähernd die Bezeichnung Piste verdient hat, also ein bisschen
steiler als ein Stück Gouda ist, wirds unangenehm. Für den Urlaub habe ich mir jedoch
vorgenommen, jede blaue Piste stehend runterzukommen. Das ist noch nicht der Fall,
aber ich hab ja auch noch zwei Tage Zeit, das in den Griff zu bekommen.

[Update: nachdem ich diesen Eintrag gestern vorgeschrieben habe, ist es heute schon
viel besser. Wir waren auf dem Berg oben und haben eine echt klasse Piste gefunden,
die auch nicht steiler als ein Stück Gouda ist. So hab ich dann auch den heutigen
Tag sturzfrei verbracht. Irgendwie fängt Ski fahren langsam an, echt Spass zu machen…
und das, obwohl es SPORT ist!]

Diese Fahrt hat allerdings – wie jede Gruppenfahrt – mal wieder das Pfadfinder- /
Gruppenurlaubsmenschen-Feuer in mir geweckt. Wer weiß, vielleicht werde ich Toronto
dieses Jahr doch zugunsten einer Kinderfreizeit canceln, die ich mitteame.

[Aurelie – Wir sind Helden; Saas Fee]

* Nein, der Marcus T. ist nicht mit. Ich glaube auch, dass Marcus sich geschickter
auf Skiern anstellen würde als der Marcus hier…

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