# Nachts in Konstanz

- Link: https://www.kuechenserver.org/2006/04/08/nachts-in-konstanz/
- Published: 2006-04-08T08:27:59+02:00
- Author: Christian Krakau-Louis

Ich mag das Internet. Besonders, da man es wunderbar nutzen kann, um gute wie schlechte
Erlebnisse als Kunde in einer Plattform zu veröffentlichen, die dank Suchmaschinen
einen Multiplikatoreffekt hat.

Heute geht es um ein negatives Erlebnis. Beruflich hat es mich Sonntag Abend nach
Konstanz verschlagen, da wir Montag zwei Kundentermine zum Thema Mobile Security
auf der Agenda stehen hatten. Ich befand mich hier in einer Zwickmühle: wenn ich
erst Montag morgen von Hamburg nach Konstanz gedüst wäre, hätte ich nie im Leben
den ersten Termin um 9:30h geschafft – auf der anderen Seite wollte ich aber nicht
zu viel Wochenende in der Bahn, dem Flieger oder Hotelzimmern verbringen.

Daher habe ich meine Anreise so getimed, dass ich gegen viertel vor zwölf in Konstanz
angekommen bin. Ist ja auch kein Problem, denn das [Hotel Graf Zeppelin](http://www.zeppelin.mdo.de/)
ebendort hat ja ne Rezeption, die bis 0:00h geöffnet ist. Zumindest laut [HRS](http://www.hrs.de)-
Reservierungsbestätigung, die ich mir sogar ausnahmsweise ausgedruckt hatte.

Nach einer kleinen Odysee durch Konstanz (auf dem Stadtplan sah die Entfernung zum
Bahnhof näher aus) kam ich dann kurz vor Mitternacht auch in dem verdächtig dunklen
Hotel an. Nachdem ich vorsichtig die Tür zur Rezeption geöffnet hatte und hineingeschlichen
bin, sah ich: nix! Ein lautes „Hallo?!“, ein Anruf auf der Hoteltelefonnummer und
Klingeln außen am Gebäude zeigte leider auch keine Wirkung.

Das Hotel jedoch der Meinung, schon um 23h Feierabend machen zu können – und das
trotz meiner expliziten Bemerkung „werde gegen Mitternacht anreisen, bitte Zimmer
auf jeden Fall freihalten“ auf der Reservierung.
 Freigehalten wurde das Zimmer 
also wahrscheinlich, nur den Zimmerschlüssel habe ich nicht bekommen.

Wutentbrannt und mit leichter Panik die Nacht in einer fremden Stadt auf einer Parkbank
verbringen zu müssen bin ich daraufhin wieder zurück zum Bahnhof geschlurft, wo 
ich direkt vis-a-vis ein Mercure Hotel gesehen habe.

Das Mercure sah allerdings relativ teuer aus, hatte einen Stern mehr als das Graf
Zeppelin und ich ging davon aus, dass der Zimmerpreis bei Spontan-Nachtbuchung deutlich
über 140 EUR liegen würde. Allerdings, Pustekuchen: dort habe ich dann für den gleichen
Zimmerpreis wie im Graf Zeppelin ad hoc ein Bett bekommen.

Moral von der Geschicht‘: Meidet Hotels, die nicht zu großen Ketten mit bekannt 
gutem Service gehören und/oder über keine 24h Stunden Rezeption verfügen. In einer
ähnlichen Situation habe ich beim letzten kleineren Hotel übrigens einen Anruf kurz
vor Rezeptionsfeierabend bekommen mit der Frage, ob man denn noch lange auf mich
warten müsse. Allerdings scheint sich die Serviceinitiative Deutschland noch nicht
bis zum Bodensee herumgesprochen zu haben.

Falls Ihr also jemals nach Konstanz unterwegs seid: meidet das Hotel Graf Zeppelin!

[zwischen Göttingen und Hildesheim; Vollmond – Grönemeyer Live]

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