# London-Spontanurlaub

- Link: https://www.kuechenserver.org/2006/11/29/london-spontanurlaub/
- Published: 2006-11-29T07:50:33+01:00
- Author: Christian Krakau-Louis

Wie wahrscheinlich ein paar von Euch gemerkt haben, war ich die letzten Tage eher
schlecht zu erreichen. Neben dem Mallorca-Kurztrip, von dem ich ja bereits berichtete,
führte mich mein Weg nämlich auch resturlaubstötend spontan mal wieder nach London.

Diese Stadt habe ich zwischen 1996 und 2001 einfach nur für mich lieben gelernt 
und bin ja schon so ein wenig traurig, dass ich nie die Gelegenheit hatte, dort 
länger – wie beispielsweise Marcus – zu leben.

Mein letzter Besuch ist nun auch schon wieder knappe 5 Jahre her gewesen, daher 
wurde es dringend mal wieder Zeit für einen viertägigen Spontanabstecher. Diesmal
habe ich jedoch das Touriprogramm so knapp wie möglich gehalten, dafür aber ein 
nettes Wiedersehen mit der Stadt gefeiert.

So stand beispielsweise Foyles – eine der wohl beeindruckendsten Buchhandlungen 
mit IT-Abteilung dieser Welt auf dem Programm. Nils hat mir diesen kreditkartenfeindlichen
Laden vor wohl nun auch schon 6 Jahren einmal gezeigt – und sie haben das Unmögliche
gewagt und tatsächlich modernisiert. Schade, der „alte“ Foyles hatte nämlich nicht
nur eine grandiose Auswahl, sondern auch noch ein ganz besonderes Flair.

Auch die Tate Modern, eine der wohl architektonisch beeindruckendsten Museen Londons,
stand wieder auf dem Programm. Überhaupt habe ich mich diesmal ausgiebiger auf der
Themsen-Südseite herumgetrieben und festgestellt, dass die Southbank der wohl derzeit
netteste semitouristische Teil Londons ist.

Und natürlich waren auch die obligatorischen Besuche bei Harrod’s (beeindruckende
Weihnachtsbeleuchtung), am Covent Garden Market, Leicester Square, Picadilly Circus
und Garfunkel’s (mit Konsum der „Chocolate Revenge“) Bestandteile des Besuchs.

Neu war hingegen die Erfahrung, dass es in London in der Tat sehr brauchbare Hotels
gibt. Ich hatte das Glück, ein nettes Pauschalpaket mit Flug nach Heeathrow (dringend
zu empfehlen! Gatwick, Luton und Stansted sind einfach nicht diskutabel) zu erwischen
und dazu noch ein bezahlbares 4-Sterne-Haus dabeigeschnürt zu bekommen. Dieses lag
zwar direkt im Stadion des FH Chelsea, ermöglichte mir aber auch so, die Chelsea-
Ecke Londons ein wenig näher zu betrachten. Gerade die Kings Road hat mich hier 
totalst begeistert und schreit förmlich nach einer eingehenderen Begutachtung bei
einem der nächsten Reisen nach London.

Auch kulinarisch war London wie immer ein Erlebnis, auch wenn ich doch stark gemerkt
habe, dass sich Hamburg und London gar nicht so weit voneinander unterscheiden, 
wenn man mal von den trendigen Einkaufsecken wie der Neal Street absieht, die es
in dieser Kommerzialität in Hamburg noch nicht gibt. Vergleichbar ist die Ecke jedoch
sehr gut mit der Ehrenstraße in Kölle.

Die „Gastrokonzepte“ (ich habe halt keinen bessseren Begriff für das, was einen 
Gastronomiebetrieb ausmacht) vieler Läden in London findet sich erstaunlich gut 
in Hamburg wieder (Pret a Manger oder EAT. auf der englischen vs. Oh! It’s Fresh
auf der deutschen Seite, Yo! Sushi vs. Sushi Circle) und so kann ich noch gar nicht
sagen, was das „next big thing“ hier in Deutschland wird. Das Wagamama-Konzept hat
jedoch glaube ich gute Karten, es erfolgreich nach Hamburg zu schaffen, auch wenn
ich es leider nicht geschafft habe, selbst einmal auszuprobieren.

Fazit: irgendwie ist London für mich ein „guter alter Bekannter“ und auch wenn ich
nicht all meine Lieblingsecken besuchen konnte (beispielsweise Diwana, ein traumhafter
vegetarischer Inder oder diesen tollen echt japanischen Laden, dessen Namen und 
Adresse ich total verdrängt habe [irgendwo im Keller an der Tottenham Court Road(????),
wurde mir damals von einer in Asien aufgewachsenen Engländerin empfohlen – sachdienliche
Hinweise werden gerne in den Kommentaren genommen]), so hatte ich dennoch das Gefühl,
auf viel Bekanntes zu treffen.

Die Beobachtungen kleiner Veränderungen werden die Tage mit Sicherheit noch das 
eine oder andere Mal mein Weblog füllen, also haltet Ausschau nach der Urlaubsnachbereitung.

[auf dem Weg nach Soltau; Keith Urban – Everybody]

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