# Stillgelegte U-Bahn-Schächte

- Link: https://www.kuechenserver.org/2007/02/24/stillgelegte-u-bahn-schaechte/
- Published: 2007-02-24T08:52:13+01:00
- Author: Christian Krakau-Louis

oder: warum Hamburg dringend einen Hackerspace braucht

*Rückblende: Hamburg, Dezember 2005*

Spontan schleppte mich ein Freund mit auf einen sehr interessanten und abgedrehten
Abend:

Von einer anderen Location kommend trafen wir uns zunächst relativ spät in der [Reh Bar](http://www.kuechenserver.de/hamburg-stadtfuehrer/cocktailbars-hamburg/reh-bar/)(
ne Bekannte feierte dort ihren Geburtstag), um anschließend mit zwei Mädels von 
dieser Feier in die Speicherstadt weiterzuziehen.

Ein paar Freunde besagter Ur-Hamburger Clique hatten dort nämlich in einer stillgelegten
Lagerhalle eine BYOB-Weihnachtsparty im Minimalistenstil organisiert, die mich sehr
stark an die Fanta-Werbung von vor ein paar Jahren erinnerte („Die wirklich angesagten
Parties feiert man heutzutage in stillgelegten U-Bahn-Schächten“).

Dennoch ist mir dieser Event als einer der schrägsten Parties, die ich jemals besucht
habe, im Gedächtnis geblieben.

*Schnitt: Bonn, Februar 2007*

Dieses Jahr Rosenmontag verschlug es mich – in vielerlei Hinsicht zu spät, wie die
meisten meiner Leser ja wissen – mal wieder in den Netzladen, den Ort, in dem sich
meine Bonner Bezugsgruppe seit der Findung ebenjenes Zusammenschlusses in schöner
Konstanz trifft.

Die [Königin](http://bereitschaftsdienst.vakuum.net/) hatte nämlich zur Karnevalsparty
gerufen, und alle, alle kamen natürlich auch vorbei.

Und, obwohl nicht sonderlich voll, war es wie immer eine sehr coole Party im Netzladen,
der ebenfalls eine der coolsen Spontan-/Insider-Partylocations ist, die ich kenne.

*Schnitt in die Gegenwart*

Was haben diese beiden doch stark unterschiedlichen Begegnungen nun gemeinsam? Auf
den ersten Blick nicht viel, auf den zweiten Blick zeigen sie doch, dass der unsterile
Charakter eines Raumes sehr stark zu dessen Charme beitragen kann und Menschen dazu
inspiriert, klasse Sachen zu machen.

Damit sind wir dann beim [Vortrag](https://fahrplan.events.ccc.de/congress/2006/Fahrplan/events/1500.en.html)
vom 23C3, in dem von Hackerspaces geredet wurde. Auch wenn ich auf den ersten Blick
mit diesem Begriff nicht so viel anfangen konnte, wird mir langsam klar, was einen
guten Hackerspace ausmacht:

Es ist ein Ort mit einer Menge Charisma, zentral gelegen, der in seiner alten Nutzungsform
überflüssig geworden ist und der durch eine Gruppe interessierter Menschen gezähmt
wurde. Aber nur so viel, dass er immer noch genug Reibungspotential für kreative
Ideen bietet.

Und genau so ein Ort fehlt mir in Hamburg – dabei sollte es doch genug leerstehenden
Raum geben, um ein solches Projekt zu starten. Vielleicht ist ja mit [Max](http://maxwerner.de/blog)
im Sommer die kritische Masse von Leuten erreicht, um die lang geplante Aufgabe 
endlich mal in Angriff zu nehmen.

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