# Nerd Corner: Backups – Was sichern?

- Link: https://www.kuechenserver.org/2009/01/13/nerd-corner-backups-was-sichern/
- Published: 2009-01-13T02:34:41+01:00
- Author: Christian Krakau-Louis

Wie [bereits angekündigt](https://www.kuechenserver.org/2009/01/05/nerd-corner-festplattenprobleme/)
und von Katha gewünscht schreibe ich heute ein wenig über Backups im Allgemeinen
und die Besonderheiten im mobilen Einsatz. Ich werde daraus glaube ich eine Serie
machen, da das Thema doch ein bisschen komplexer ist und ich Euch nicht zumuten 
möchte, einen 30-40 seitigen Artikel online zu lesen. Daher fangen wir mal langsam
und klein mit einer Zieldefinition an:

> Eine gescheite Backup- und Restorelösung bietet mir die Möglichkeit jederzeit 
> und egal wo ich bin [eine irgendwie geartete Netzwerkanbindung vorausgesetzt],
> Zugriff auf von mir oder von Dritten erstellte digitale Informationen in der aktuellsten
> Version zu erlangen. Dies schließt insbesondere den Fall ein, dass ich meine lokale
> Kopie (Word-File oder so) aus Dusseligkeit oder technischem Versagen gerade nicht
> verfügbar habe. 

Wenn wir uns diese Definition nun näher anschauen, ergibt sich daraus eine Reihe
von Besonderheiten. Fangen wir doch zunächst mal damit an, was man überhaupt sichern
sollte.

Ich spreche in meiner Definition von eigenen digitalen Informationen. Dazu gehören
all die Sachen, die man selbst digital erstellt hat (Fotos der Digitalkamera, Illustrationen,
Sourcecode, Excel Tabellen mit Zugfahrten, Geburtstagslisten, Video- und Tonaufnahmen
der Kinder) oder digitalisiert hat (eingescannte Briefe, Zeitungsausschnitte, alte
VHS Tapes, die als .avi umgewandelt wurden).

Backupwürdig ist dabei meiner Meinung nach all das, was man selbst nur mit einem
hohen zeitlichen Aufwand oder gar nicht mehr wiederherstellen kann. Die einzige 
Kopie des Videos der ersten Schritte des eigenen Kindes ist hier ein gutes Beispiel,
Geburtstags- oder Adresslisten sind da schon grenzwertig. Diese Informationen sind
nicht wirklich durch mich selbst „erstellt“, sondern lediglich zusammengetragen.

Gleiches gilt für Informationen, die ich mir auch wieder aus dem Internet beschaffen
kann. Produkthandbücher, Softwaredownloads oder Fernsehserien sind genau wie MP3s
sicherlich einfach bis mittelschwer wieder zu beschaffen.

Ein für mich gutes Beispiel ist die eigene digitale Musik-Sammlung. Diese besteht
auf der einen Seite bei mir beispielsweise aus vielen Titeln, die ich bei iTunes
gekauft habe und die ich nur durch erneutes Bezahlen bekommen würde. Diese sichere
ich in der Tendenz schon, einfach „weil’s bezahlt ist“. Ob ich nun wirklich jedes
der von mir gekauften Alben auf Dauer benötige, das könnte man auch wieder ausdiskutieren,
aber das ist ein anderes Thema.

In meiner digitalen Musiksammlung befinden sich aber auf der anderen Seite auch 
Titel, die ich durch das Rippen meiner immer wieder überraschenden CD-Sammlung in
MP3 gewandelt habe. MP3 Dateien machen einen überwiegenden Teil meines digitalen
Musikarchivs aus. Gerade aufgrund der gewaltigen Datenmenge, aber auch der Tatsache,
dass ich an diese Dateien wieder recht einfach – wenn auch zeitintensiv – gelangen
könnte, sichere ich diese also nur, wenn es bequem und nicht zu teuer ist.

Wenn man sich nun mal den eigenen Datenbestand zu Hause anschaut, stellt man in 
der Regel fest, dass 80%-99% der Speicherkapazität auf den eigenen Computersystemen
mit Daten gefüllt sind, die nicht einzigartig und nicht nur unter hohem Aufwand 
wiederherzustellen sind. Es bleiben also 1%-20% an wirklichen „Eigenen“ Dateien.
Diese Daten wird man also in jedem Fall sichern wollen.

Weitere 20%-30% werden sich wohl in der Grauzone befinden, in der auch meine Musiksammlung
liegt. Natürlich wünsche ich mir, dass mein Backup so etwas auch speichert, aber
es muss es nicht zwingend tun. Wo genau hier die persönliche Grenze liegt, dass 
müßt Ihr für Euch selbst bestimmen.

Bei mir und auf dem aktuellen System, an dem ich das hier schreibe, gibt es nach
meiner eigenen Rechnung ca. 20 GB, die mir wirklich wichtig sind und weitere 30GB,
die man sichern sollte.

Von diesen Mengen (ca. 50 GB die sich im Laufe von ca. 4 Jahren angesammelt haben)
ist übrigens nur ein verschwindend geringer Teil in bezug auf die Gesamtdatenmenge(
ca. 500 MB, also 1%) jemals nach Erstellung der ersten digitalen Version noch irgendwie
verändert worden.

Digitale Fotos werden ja in der Regel unverändert archiviert, gleiches gilt für 
Musikdateien. Ich brauche hier also keine „Datei von vor drei Versionen“ wiederherstellen
zu können, einfach weil es nur eine digitale Version gibt.

Das sieht bei Word-Files oder PowerPoint Präsentationen ganz anders aus. Hier gibt
es teilweise pro Stunde 4 neue Versionen. Von Diplom- oder Magisterarbeiten will
ich erst gar nicht anfangen.

Hausaufgabe bis zur nächsten Folge: überlegt Euch mal, wie groß bei Euch die unterschiedlichen
Datenmengen sind. Diese Zahlen sind nämlich elementar für die Auswahl des Backupverfahrens.

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