# Konzertpreise, 20 Jahre später – zwischen Lucky Dip und Schnappatmung

- Link: https://www.kuechenserver.org/2026/10/22/konzertpreise-20-jahre-spaeter/
- Published: 2026-10-22T09:00:00+02:00
- Author: Christian Krakau-Louis

Im Herbst 2006 war mein körpereigener Vorrat an Livemusik offenbar aufgebraucht.
Also habe ich hier eine [Liste mit Konzertideen](https://www.kuechenserver.org/2006/09/27/konzertideen/)
veröffentlicht, Preise dazugeschrieben und nach Begleitung gesucht. Rückmeldungen
bitte per Mail, ICQ oder Google Talk.

Zwei dieser Kommunikationswege würde ich heute nicht mehr empfehlen. Die Preise 
hingegen schon.

Schandmaul im Capitol für 25 Euro. Ryan Adams im Docks für 27. Torfrock in der Alsterdorfer
Sporthalle für 31. Christina Stürmer für 34 Euro, P!nk für 50. Wobei P!nk damit 
schon eher das obere Ende meiner damaligen Liste markierte.

Zwanzig Jahre später steht man dann im Londoner Hyde Park und fragt sich, wie aus
einer Konzertkarte ein kleiner Haushaltsbeschluss geworden ist.

Böse Zungen behaupten inzwischen, Konzerte seien nicht mein Hobby, sondern meine
Persona. Ganz von der Hand weisen kann ich das nicht. Andere sammeln Briefmarken.
Ich sammle offenbar Abende, nach denen man am nächsten Morgen ein bisschen zu leise
spricht, weil man am Vorabend ein bisschen zu laut mitgesungen hat. Und nein, ich
höre nicht „alles“. Aber viel.

Und weil Reisen ja auch ganz schön ist, kann man beides wunderbar miteinander verbinden.
Mal London, mal die Niederlande, mal wird aus „Da wollte ich ohnehin irgendwann 
hin“ plötzlich ein ziemlich konkreter Reiseplan. Dieses Jahr war dann sogar mein
erstes Festival dabei. Man muss sich schließlich auch nach zwanzig Jahren Konzertideen
noch weiterentwickeln.

Was sich dabei ebenfalls weiterentwickelt hat, ist meine Vorstellung von einem normalen
Ticketpreis. Früher stand auf meiner Liste meistens etwas unter 40 Euro. Heute ertappe
ich mich bei den größeren Namen eher dabei, über alles unter 60 erfreut zu sein.
Die Sechzig war früher die teure Ausnahme und fühlt sich inzwischen öfter wie die
Eingangstür an. Nicht bei jeder Band, zum Glück. Aber oft genug, dass man es merkt.

Aber bevor ich jetzt einfach „Früher war alles billiger!“ rufe: Ganz so einfach 
ist es nicht. Ausgerechnet P!nk verdirbt mir nämlich die schöne Empörung.

## Gleiche Band, gleiche Halle – das lässt sich vergleichen

Ein Clubticket von damals mit einem heutigen VIP-Paket im Hyde Park zu vergleichen,
wäre ungefähr so sinnvoll wie mein alter Handyvertrag gegen die Kosten eines kompletten
London-Wochenendes. Beides irgendwie Kommunikation, aber nun ja.

Also erst einmal zwei ziemlich brauchbare Paare aus der alten Liste:

| Konzert | Damals auf meiner Liste | Heute angeboten | Rechnerisch pro Jahr | 
| Schandmaul, Capitol Hannover | 25 € · 2006 | 49 € · Februar 2027 | ca. +3,4 % | 
| Torfrock, Alsterdorfer Sporthalle Hamburg | 31 € · 2006 | 48,50 € · Dezember 2026 | ca. +2,3 % |

[Schandmaul im Capitol](https://www.eventim.de/event/schandmaul-sternensegler-tour-2027-capitol-20933154/)
liegt damit fast beim Doppelten: 96 Prozent mehr. [Torfrock in der Sporthalle](https://tickets.kj.de/produkte/91829-tickets-torfrock-sporthalle-hamburg-hamburg-am-18-12-2026)
bei rund 56 Prozent Aufschlag. Dieselben Bands, dieselben Räume, normale Karten 
statt VIP-Veredelung. Viel näher kommt man mit so einer alten Blogliste vermutlich
nicht heran.

Das Verdoppeln klingt erst einmal heftiger als die gut drei Prozent im Jahr. Leider
muss man an der Kasse trotzdem die 49 Euro bezahlen und kann nicht freundlich auf
den niedrigen jährlichen Durchschnitt verweisen.

Zum Einordnen: Das allgemeine Preisniveau in Deutschland stieg laut [Statistischem Bundesamt](https://genesis.destatis.de/datenbank/online/url/1be29d1f)
von 2006 bis 2025 um rund 47 Prozent, im Schnitt etwa zwei Prozent pro Jahr. Torfrock
liegt mit seiner jährlichen Steigerung also gar nicht so weit davon entfernt. Schandmaul
schon deutlicher darüber. Eine allgemeingültige Konzertinflation lässt sich aus 
zwei Abenden natürlich nicht bauen. Aber mein Gefühl bekommt wenigstens etwas Boden
unter den Füßen.

## Und dann war da P!nk für knapp 59 Euro

P!nk in Hannover hat mich 2023 tatsächlich 56 Euro für die Karte gekostet, mit Gebühren
waren es 58,90 Euro. Das war ein „Lucky Dip“: Man kaufte erst einmal die Eintrittskarte
und erfuhr vor Ort, wo man landete.

Bei mir wurde es der Golden Circle.

Manchmal funktioniert das Universum also doch im Sinne des Kunden.

Gegenüber den 50 Euro aus meiner Liste von 2006 sind die 56 Euro gerade einmal zwölf
Prozent mehr. Auf die knapp 17 Jahre verteilt: rund **0,7 Prozent pro Jahr**. Selbst
mit den Gebühren bleibt es bei ungefähr einem Prozent. Mit der allgemeinen Inflation
wären aus den damaligen 50 Euro bis 2023 eher gut 70 geworden.

Das war fair. Sehr fair sogar. Es war allerdings auch Glück und kein regulärer Golden-
Circle-Tarif, den man sich für alle künftigen Konzertbesuche bestellen könnte. Sonst
hätte ich da vermutlich schon ein Abo.

## Christina Stürmer und In Extremo sind auch noch da

Natürlich habe ich auch geschaut, was aus den anderen Namen geworden ist. Christina
Stürmer stand damals für 34 Euro auf meiner Liste, unter anderem fürs Docks und 
das Capitol. Für [Frastanz im September 2027](https://soundkiste.at/tickets) werden
inzwischen 65 Euro als Early Bird angeboten. Das ist allerdings ein Open Air in 
Österreich und keine Wiederholung des damaligen Clubabends. Ein heutiger Preis zum
Einordnen, kein sauberer Beweis für eine Verdopplung derselben Leistung.

Bei In Extremo habe ich den Hamburger Stadtpark 2023 noch mit 61,85 Euro pro Stehplatz
erlebt. Für [Hamburg im April 2027](https://www.eventim.de/event/in-extremo-feuerschwanz-heute-wird-der-himmel-brennen-tour-2027-sporthalle-hamburg-21871811/)
stehen jetzt 71,50 Euro auf dem Schild. Diesmal aber in der Sporthalle und gemeinsam
mit Feuerschwanz. Mehr Geld, ja. Auch ein anderes Paket. Das einfach als reine Inflation
abzubuchen, wäre zu bequem.

Es gibt also weiterhin Konzerte, für die man keinen Finanzierungsplan benötigt. 
Sie verteilen sich nur nicht unbedingt gleichmäßig über meinen Musikgeschmack.

## Es muss ja nicht immer Hyde Park sein

Und manchmal muss man dafür auch gar nicht aus Hamburg weg. Für [Mammoth mit Florence Black im Grünspan am 5. November](https://tickets.kj.de/produkte/92213-tickets-mammoth-gruenspan-hamburg-am-05-11-2026)
lag der angebotene Stehplatzpreis bei Karsten Jahnke zum Beispiel bei **43,25 Euro**.
Kein 25-Euro-Abend mehr, aber eben auch keine dreistellige Eintrittskarte. Zwischen
Kellerclub und Londoner VIP-Bereich liegt glücklicherweise noch einiges.

Wer neue Musik entdecken möchte, statt immer nur den Namen hinterherzureisen, die
schon seit zwanzig Jahren in der eigenen Playlist stehen, sollte ohnehin das [LOGO](https://www.logohamburg.de/programm/)
und den [Bahnhof Pauli](https://www.bahnhofpauli.de/events) im Blick behalten. Und
auch im Betty findet man spannende kleinere Shows. Drei Ideen für die nächsten Wochen,
mit angebotenen Ticketpreisen unter 39 Euro:

| Konzert | Wann und wo | Ticketpreis | 
| [Waylon Wyatt](https://www.eventim.de/event/waylon-wyatt-dustpiles-world-tour-logo-hamburg-21686405/) | 15. November 2026 · LOGO | 35,20 € | 
| [BLACKGOLD](https://www.eventim.de/event/blackgold-logo-hamburg-21857433/) | 22. November 2026 · LOGO | 28,30 € | 
| [mustbejohn](https://www.eventim.de/event/mustbejohn-words-to-live-by-europe-tour-2026-betty-21843918/) | 22. November 2026 · Betty | 32,30 € |

Waylon Wyatt ist etwas für die Country-Ecke, BLACKGOLD für Freunde von Nu Metal.
Also durchaus verschiedene Möglichkeiten, die Ohren einmal aus der Komfortzone zu
bewegen. Die Preise sind die ausgeschriebenen Kartenpreise; je nach Anbieter und
Versandart kann noch etwas dazukommen. Verfügbarkeit bitte vor dem Loslaufen prüfen.

Und irgendwann kann man dann vielleicht sehr selbstzufrieden erzählen, dass man 
die schon damals im kleinen Club gesehen hat. Das gehört ja auch zur Persona.

## Was ein einzelnes B kostet

Auf der alten Liste steht **Ryan Adams: 27 Euro**. Meine Karte für **Bryan Adams
in Hamburg: 106,90 Euro**.

Das zusätzliche B kostet damit knapp 80 Euro.

So teuer war Rechtschreibung früher auch nicht.

Natürlich sind das zwei verschiedene Musiker und zwei verschiedene Konzertgrößen.
Für einen Preisindex völlig ungeeignet. Für einen schlechten Witz in meinem eigenen
Blog hingegen geradezu hervorragend.

## Garth Brooks und die Grenzen der Vernunft

Und damit zu dem Abend, den ich im [Telekom-Artikel bereits als das teuerste Konzert meines Lebens](https://www.kuechenserver.org/2026/10/11/telekom-pluskarten-roaming-erfahrungen/)
angekündigt hatte: Garth Brooks in London.

Für das Diamond-VIP-Ticket im Hyde Park waren es mit Ticketgebühren knapp 329 Pfund.
Zusammen mit T-Shirt und einer kleinen Spende gingen gut 371 Pfund weg. Flug, Bett
und der Rest von London hatten da noch gar nicht angefangen, sich an der Rechnung
zu beteiligen.

Das ist natürlich kein Gegenstück zu Schandmaul für 25 Euro im Capitol. Es gibt 
einfach Namen, bei denen der vernünftige Teil des Gehirns kurz den Raum verlässt.
Garth Brooks? „Shut up and take my money.“ Bon Jovi? Ebenfalls: „Shut up and take
my money.“ Da ist man dann auch erstaunlich schlecht darin, seine eigenen Spartipps
zu befolgen.

Hinterher kommt er wieder rein und fragt, ob das T-Shirt wenigstens schön ist.

Vielleicht sind das auch die Strafgebühren dafür, dass man manche Bands und Künstler
seiner Jugend erst jetzt sehen will. Damals lief die Musik, heute läuft die Kreditkarte.
Und das beruhigende „Die sehe ich irgendwann noch mal“ funktioniert eben leider 
nicht unbegrenzt. Aerosmith habe ich verpasst. Das macht einen bei den anderen Namen
nicht unbedingt vernünftiger. Eher schneller beim Klicken. Backstreet Boys und Robbie
Williams stehen schließlich auch noch aus. Die Liste wird offenbar nicht kürzer,
nur die Ausreden werden besser.

Im Telekom-Artikel hatte ich noch überlegt, weniger Musik zu streamen und dafür 
mehr live zu hören. Als Methode zum Sparen von Datenvolumen mag das durchgehen. 
Als Methode zum Sparen von Geld würde ich es nach London nur noch eingeschränkt 
empfehlen.

Mein Vorrat an Livemusik muss trotzdem weiter regelmäßig aufgefüllt werden. Daran
hat sich seit 2006 erstaunlich wenig geändert. Ich freue mich über ein Lucky-Dip-
Schnäppchen, rechne bei normalen Karten inzwischen kurz nach und rede mir die ganz
teuren Abende gelegentlich schön.

Man braucht schließlich Hobbys. Und manchmal offenbar auch ein T-Shirt.

Heiter weiter!

C.

_Preisstand: Oktober 2026. Die neuen Angebotspreise beziehen sich auf die jeweils
verlinkte Kategorie; zusätzliche Versand- oder Bestellkosten können hinzukommen.
Die alte Liste enthielt Preisideen, keine detaillierten Rechnungen. Die jährlichen
Steigerungen sind aus Anfangspreis, Endpreis und dem Abstand der Konzerttermine 
berechnet, keine amtliche Konzertpreisstatistik. Bei P!nk ist der günstige Lucky-
Dip-Kauf ausdrücklich die Ausnahme._

### Teilen mit:

 * [Tweet](https://twitter.com/share)
 * [  WhatsApp ](https://www.kuechenserver.org/2026/10/22/konzertpreise-20-jahre-spaeter/?share=jetpack-whatsapp)
 * [Mehr](https://www.kuechenserver.org/2026/10/22/konzertpreise-20-jahre-spaeter/#)

 * [Auf Tumblr teilen](https://www.tumblr.com/share)
 * [[

### Gefällt mir:

Gefällt mir Wird geladen …

### _Ähnliche Beiträge_
