Bloggen im Zug

nachdem ich auch beim Stufentreffen darauf angesprochen wurde, habe ich beschlossen, das kleine Geheimnis meiner Blogeinträge, der dort verwendeten Ortsangaben und Zeitpunkte der Veröffentlichung zu lüften:

Unter meinen Weblogeinträgen finden sich zumeist in eckigen Klammern zwei Informationen:

zunächst findet Ihr die Musik, die ich zum Zeitpunkt des Bloggens konsumiere.

Ich hab’ mir diese Information vom Shopblogger Björn Harste abgeschaut, der mit dieser Information beweisen wollte, dass das Einkaufsradio, dass in seinem Laden dudelt, nicht so fahrstuhlmäßig furchtbar ist, wie von den meisten Menschen empfunden. Ich selbst poste diese Information, um zu beweisen, dass mein Musikgeschmack nicht ganz so schrecklich ist, wie meine CD-Sammlung, die prominent in meinem Wohnzimmer zu finden ist, vermittelt.

Weiterhin findet Ihr den Ort, an dem ich den Weblogeintrag schreibe. Das ist zu 90% in einem Fernzug der Deutschen Bahn. Hier verfüge ich nämlich in der Regel über drei wichtige Dinge, die meine Kreativität und meinen Willen, einen Weblogeintrag zusammenzuzimmern, forcieren: Strom, Zeit und die Abwesenheit von Internet. Richtig gelesen, die Weblogeinträge, die Ihr auf kuechenserver.de lest, sind offline geschrieben und dies meist en bloc. Dabei nutze ich jedoch keines dieser neumodischen Web 2.0 Werkzeuge, sondern ein herkömmliches, langweiliges Stück closed software – Notepad. Meine Ideensammlung (oftmals nehme ich mir vor, über bestimmte Themen zu bloggen, habe aber in diesem Moment dann nicht die richtige Schreibstimmung) und auch die fertigen Postings findet man in einer Textdatei namens blog.txt auf meinem Desktop.


Notepad als Blogeditor

Bei nächster Gelegenheit (Internetanbindung) kopiere ich dann die Postings der Reihe nach in mein WordPress. Dabei füge ich dann auch noch die Tags des Postings sowie den Zeitpunkt der Veröffentlichung hinzu und checke die ggf. eingefügten Links.

Wenn ich einen Kreativanfall habe, entstehen nämlich in der Regel zwischen 2 und 7 Postings, die ich jedoch nicht alle an einem einzigen Tag online bringen möchte – automatisiert werden sie dann in den nächsten Tagen freigeschaltet (wer sich also jemals gewundert hat, wie ich um 7h morgens einen Weblogeintrag zusammenbekommen habe: das ist die Erklärung dafür).

Ein positiver Nebeneffekt dieses “erst in ein paar Tagen online stellen” ist weiterhin, dass immer ein wenig verschleiert wird, wo ich mich gerade in der Republik herumtreibe – darauf verzichte ich nämlich seit die ein oder andere Freundin bzw. Verwandte mich darauf hingewiesen hat, dass das ja auch einbrechertechnisch nicht so knorke ist zu schreiben, wann man mal gerade nicht zu Hause ist…..

[Fantastische Vier – Was Geht; auf dem Weg nach Berlin im ICE]

Mordsreiseerlebnisse

Ich liebe es, am Wochenende mit der Bahn zu fahren. Falsch. Ich hasse es. Irgendwie nerven mich insbesondere diese Tonnen von olivberucksackten Typen an, die noch nie in ihrem Leben etwas von Sitzplatzreservierung gehört zu haben scheinen, und die darüber hinaus unter einem offensichtlichen Realitätsverlust leiden.

Denn: bekanntermaßen sind sie keine bahn.comfort Kunden. Das sind nur Menschen, die mehr als 2.000 EUR Umsatz innerhalb der letzten 12 Monate bei der Deutschen Bahn gemacht haben. Soldaten zahlen ihre Bahntickets aber nicht.
Dennoch setzen sie sich aber auf die bahn.comfort Plätze. Wahrscheinlich weil sie davon ausgehen, dass diese besonders komfortabel sind und damit für Vaterlandsverteidiger wie gemacht.

Und das regt den normalen VIP-Bahnkunden halt immer mal ein wenig auf*

Natürlich stehen die Jungs dann sofort auf, wenn man sie darauf hinweist und sind auch sonst sehr zuvorkommend und natürlich gibt es sicherlich auch Ausnahmen bei dieser Gruppe von Menschen, mir fallen aber halt immer nur diejenigen auf, die von Sitzplatz zu Sitzplatz wandern müssen und keine Bahnfahrt bequem und in Ruhe verbringen und am Ende des Tages doch irgendwo im Eingangsbereich auf dem Boden sitzend reisen müssen.

Und dann frage ich mich jedesmal, wieso sie nicht einfach die 3 EUR ausgeben, um sich diesen Stress zu ersparen. Denn Bahnfahren kann echt entspannt sein.

Desweiteren: es ist echt entspannt, bei einer Ticketkontrolle einfach nur lässig die Bahncard 100 zu zücken und freundlich zu lächeln. Kein Durchziehen wie bei Onlinetickets, kein am Automaten anstehen für eine Karte, kein Zangenabdruck. Einfach nur lächeln. Und Züge nicht mehr nach dem Preis oder der kürzesten Fahrtstrecke, sondern nach ihrer voraussichtlichen Ausgebuchtheit aussuchen. Denn wenn der Zug von Köln nach Hamburg keinen Sitzplatz mehr hat, nun, dann fährt man halt über Hannover…

* Mich regen übrigens nicht nur die offensichtlich mit den Bahnprodukten und Serviceabstufungen nicht besonders vertrauten Soldaten auf, sondern auch und insbesondere die Tatsache, dass die Deutsche Bahn die bahn.comfort Plätze – besonders für Bahncard 100 Kunden, die spontan reisen können – zu lasch konzipiert hat; die Idee ist ja gut, nur wird von den Zugbegleitern selbst bei Kontrollen dieser Plätze nur in den seltensten Fällen darauf hingewiesen, dass es sich um Plätze handelt, die bevorzugt von einer bestimmten Kundengruppe eingenommen werden können und für diese freigegeben werden sollten sowie ist die Anzahl der Plätze im Vergleich zu den bahn.comfort Kunden nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Handwerker-Werbung

Bei meinem letzten Besuch im schönen und fleißigen Schwabenland ist mir eine interessante Sache aufgefallen; wie immer war ich mit dem Bus unterwegs zum Kundentermin (oder diesmal genauer Herstellertermin) und betrachtete aus chronischer Langeweile und Neugierde as usual die Umgebung. Normalerweise achte ich dabei nur dann auf Plakatwerbung wenn es sich einfach nicht vermeiden läßt.

Gerade schien es aber, als sei mein Unterbewußtsein deutlich wacher als sonst. Anders kann ich mir nicht erklären, dass mir diese Riesenmenge an Handwerkerplakatwerbungen (“Mein Papa verlegt ganz prima Fliesen”, “Renovierungen aus einer Hand”, “Mann ab 42 EUR die Stunde”) aufgefallen sind.

Da frage ich mich jetzt nur, was aus den fleißigen Do-it-yourself – Häuslebauern von früher geworden ist. ODer – müssen die Handwerker gerade ob dieser Mentalität hier mehr Werbung machen? Oder ist schaffe schaffe immer noch in, jedoch bei Daimler und Häuslebaue wird outgesourced?

Falls Ihr die Erklärung habt, Ihr wißt ja, wie man Kommentare bedient.

[Kopfhörer liegen zuhause; auf dem Weg nach Böblingen]

SWR3 – Land

Nun, diese andauernde Reiserei, die ich ja selbst als gar nicht so schlimm empfinde, scheint mich doch ein wenig wuschig zu machen.

Anders kann ich mir nicht erkären, dass ich heute erst ein Werbeplakat mit Zeus und Wirbitzky sehen mußte, um zu merken, dass ich ja im SWR3-Land – also quasi in der Heimat – unterwegs bin.

Wobei, ist BW wirklich noch SWR3-Land? Frank Laufenberg und Elmi würden das bestimmt wehement verneinen! Und ich verstehe immer noch nicht, wie man einen tollen Sender wie SWF3 mit einer Krücke wie SDR verheiraten konnte. Das reißen auch Werbesprüche wie “Schon gehört? Eins gehöhrt gehört! SWR 1” nicht mehr raus…
Nachtrag: bei der Recherche, ob ich Wirbitzky wirklich richtig geschrieben habe, hat sich übrigens herausgestellt, dass Anetta Politi jetzt zusammen mit Volker Janitz das Duo Michael Reufsteck und Jochen Stöckle abgelöst haben. Ich sollte echt wieder regelmäßiger Radio (und zwar das einzig wahre!) hören… wobei, wenn ich dann von der nervigen Griechin geweckt werde.. lieber nicht…
[Wolfgang Niedecken – Mit Wolke schwaade; mal wieder pendelnd zwischen Frankfurt/Main und Hamburg]