Mordsreiseerlebnisse

Ich liebe es, am Wochenende mit der Bahn zu fahren. Falsch. Ich hasse es. Irgendwie nerven mich insbesondere diese Tonnen von olivberucksackten Typen an, die noch nie in ihrem Leben etwas von Sitzplatzreservierung gehört zu haben scheinen, und die darüber hinaus unter einem offensichtlichen Realitätsverlust leiden.

Denn: bekanntermaßen sind sie keine bahn.comfort Kunden. Das sind nur Menschen, die mehr als 2.000 EUR Umsatz innerhalb der letzten 12 Monate bei der Deutschen Bahn gemacht haben. Soldaten zahlen ihre Bahntickets aber nicht.
Dennoch setzen sie sich aber auf die bahn.comfort Plätze. Wahrscheinlich weil sie davon ausgehen, dass diese besonders komfortabel sind und damit für Vaterlandsverteidiger wie gemacht.

Und das regt den normalen VIP-Bahnkunden halt immer mal ein wenig auf*

Natürlich stehen die Jungs dann sofort auf, wenn man sie darauf hinweist und sind auch sonst sehr zuvorkommend und natürlich gibt es sicherlich auch Ausnahmen bei dieser Gruppe von Menschen, mir fallen aber halt immer nur diejenigen auf, die von Sitzplatz zu Sitzplatz wandern müssen und keine Bahnfahrt bequem und in Ruhe verbringen und am Ende des Tages doch irgendwo im Eingangsbereich auf dem Boden sitzend reisen müssen.

Und dann frage ich mich jedesmal, wieso sie nicht einfach die 3 EUR ausgeben, um sich diesen Stress zu ersparen. Denn Bahnfahren kann echt entspannt sein.

Desweiteren: es ist echt entspannt, bei einer Ticketkontrolle einfach nur lässig die Bahncard 100 zu zücken und freundlich zu lächeln. Kein Durchziehen wie bei Onlinetickets, kein am Automaten anstehen für eine Karte, kein Zangenabdruck. Einfach nur lächeln. Und Züge nicht mehr nach dem Preis oder der kürzesten Fahrtstrecke, sondern nach ihrer voraussichtlichen Ausgebuchtheit aussuchen. Denn wenn der Zug von Köln nach Hamburg keinen Sitzplatz mehr hat, nun, dann fährt man halt über Hannover…

* Mich regen übrigens nicht nur die offensichtlich mit den Bahnprodukten und Serviceabstufungen nicht besonders vertrauten Soldaten auf, sondern auch und insbesondere die Tatsache, dass die Deutsche Bahn die bahn.comfort Plätze – besonders für Bahncard 100 Kunden, die spontan reisen können – zu lasch konzipiert hat; die Idee ist ja gut, nur wird von den Zugbegleitern selbst bei Kontrollen dieser Plätze nur in den seltensten Fällen darauf hingewiesen, dass es sich um Plätze handelt, die bevorzugt von einer bestimmten Kundengruppe eingenommen werden können und für diese freigegeben werden sollten sowie ist die Anzahl der Plätze im Vergleich zu den bahn.comfort Kunden nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

6 Replies to “Mordsreiseerlebnisse”

  1. Du, ich bin immer noch fret. Und dass ich jetzt viel mit der Bahn fahre ist Bequemlichkeit.

    Und bequem war ich ja schon immer. Autofahren ist so schlecht für den Blutdruck, besonders bei meinem Fahrstil.

    Und, dass ich von Menschen angenervt bin, die in Uniform Bahn fahren / mit olivgrünem Rucksack und Sixpack bewaffnet unterwegs sind, sollte auch bekannt sein.

    Also, wo bin ich jetzt anders als früher?

  2. …hm, macht den anschein als ob sich der typ christian irgendwie geändert hat; macht auf mich so den eindruck; obwohl ich dich seit knapp 2? jahren nicht mehr gesehn habe. aber egal.
    just my two cents
    rene

  3. Aber wieso begegnest Du den olivberucksackten Menschen überhaupt?

    Seit wann halten die sich in der ersten Klasse auf? 😀

  4. Naja, ich fahre halt – selbst wenn ich für die Firma unterwegs bin – nicht in der ersten Klasse mit dem Zug, wie andere Freunde von mir. Meine Firma gibt halt insbesondere bei Reisekosten nicht unnötig Geld in Form von Erster-Klasse-Tickets oder Fünf-Sterne-Hotels aus. Dafür reisen wir alle einfach zu viel 🙂

Leave a Reply