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Smartphone mit Navigationskarte, Laptop und alte SIM-Karte auf einem Tisch am Zugfenster.

Telekom? Ich? – Oder: Roaming ohne SIM-Karten-Sammlung

Neulich war ich in London. Garth Brooks, das teuerste Konzert meines Lebens – aber das ist ein anderer Blogpost. Zu den weniger glamourösen Erkenntnissen dieser Reise gehörte jedenfalls, dass auch 50 GB Datenvolumen irgendwann alle sind. Vermutlich hatte ein kleiner, von reichlich Streaming begleiteter Trip durch Europa vorher schon einen größeren Teil davon aufgefressen.

Nun stehe ich ausgesprochen ungern in einer fremden Stadt und überlege, ob für Google Maps noch genug Internet übrig ist. Früher hätte ich 50 GB für eine ziemlich abwegige Größenordnung gehalten. Heute passen da Musik, TikTok, Videos, Foto-Uploads, ein bisschen KI und der Laptop am Hotspot hinein. Also: hinein passen sie schon. Nur irgendwann eben nicht mehr.

Das war ein ganz guter Anlass, mich mal wieder mit Mobilfunktarifen zu beschäftigen. Und dabei bin ich ausgerechnet bei der Telekom gelandet. Ja, ich weiß.

Früher hatte ich für jedes Land eine SIM-Karte

Wer hier schon länger mitliest, kennt das Thema. 2009 habe ich unter „Smartphones in Europa“ versucht, eine halbwegs bezahlbare Lösung für mobiles Internet auf Reisen zu finden. Das war die Zeit der BlackBerrys, der erstaunlichen Roamingpreise und der Frage, warum ein Smartphone im Ausland eigentlich aufhören sollte, smart zu sein.

Die Fortsetzung mit o2, Businessvertrag und Rufnummernärger ließ nicht lange auf sich warten. Trotz aller Optimierung schaffte ich es anschließend, für eine Woche Moskau mehr als 700 Euro Mobilfunkrechnung zu produzieren. Das war damals schon viel Geld. Es ist durch die Erinnerung nicht weniger geworden.

Danach sammelte ich ausländische Prepaid-Karten. Russland, Belarus, Österreich, Großbritannien, die Vereinigten Arabischen Emirate. Anfang 2011 ging es hier dann um die Schwierigkeiten, in den USA einen brauchbaren Prepaid-Datentarif zu finden. Inklusive der Frage, ob das mitgebrachte Gerät die passenden Frequenzen überhaupt beherrschte. Reisevorbereitung war auch ein kleines Telekommunikationsprojekt.

Heute reise ich beruflich deutlich weniger als zu meiner Astaro-Zeit. Moskau und Minsk stehen aus politischen Gründen auch nicht mehr so weit oben auf der Liste wie vor fünfzehn Jahren. Aber gelegentlich zieht es einen ja doch in die Ferne. Noch mal Dubai, ein bisschen nostalgisch. San Francisco, was dann auch Las Vegas, New York, Boston oder Washington werden kann. Toronto steht ebenfalls noch auf der Liste.

Die SIM-Karten-Sammlung muss dafür zum Glück nicht mehr automatisch mitwachsen. Es gibt Auslandspakete und Reise-eSIMs. Ich finde es allerdings noch angenehmer, wenn ich mich vor der Abreise gar nicht erst damit beschäftigen muss.

Telekom? Das waren doch die mit den absurden Preisen.

Inzwischen verwalte ich einen kleinen Vertragszoo: Frau, Kind, berufliches Telefon, privates Telefon, diesdas. Über die Jahre war ich damit bei Vodafone gelandet, im Geschäftskundenbereich, auch wegen der Betreuung. Wenn man ohnehin mehrere Verträge hat, ist ein vernünftiger Ansprechpartner ja durchaus etwas wert.

Die Telekom hatte ich gedanklich lange in der Schublade „schönes Netz, alberner Preis“ abgelegt. Dazu passte ein Erlebnis beim Ausscheiden aus meiner kurzen Station bei Palo Alto Networks. Ich wollte die Firmenrufnummer privat übernehmen und habe wegen der Kosten nachgefragt.

In meiner Erinnerung waren das knapp 90 Euro monatlich. Ich habe extra noch einmal in die Mail vom 29. Oktober 2024 geschaut: 104,95 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Pro Monat. Für eine Karte. Angeboten wurde die Übernahme in einen MagentaMobil XL mit TopHandy; der bisherige Businessvertrag enthielt ebenfalls eine Gerätekomponente. Ein Wechsel auf Prepaid sei erst nach Ende der Mindestlaufzeit möglich.

Fairerweise war das also ein Vertrag mit Handyanteil und kein nackter SIM-only-Tarif. Meine Begeisterung hielt sich trotzdem in überschaubaren Grenzen. Ich habe dankend verzichtet. Es gibt Rufnummern, an denen man hängt. Und dann gibt es 104,95 Euro im Monat.

PlusKarten: Der Zoo rechnet sich plötzlich

Bei der jüngsten Tarifrunde war ich dann tatsächlich überrascht. Die PlusKarten der Telekom machen die Rechnung für mehrere Anschlüsse erheblich interessanter. Eine Hauptkarte, dazu günstigere zusätzliche Verträge mit eigenen Rufnummern. Also keine MultiSIMs, die lediglich dieselbe Nummer auf mehrere Geräte verteilen.

Damit das nachvollziehbar bleibt, hier eine Beispielrechnung für vier reguläre Karten, ohne Smartphone, ohne Cashback und ohne einen zusätzlichen Festnetzrabatt. Die Preise sind der Stand vom 4. Oktober 2026:

Vier Karten insgesamtMit MagentaMobil LMit MagentaMobil XL
Hauptkarte59,95 €/Monat84,95 €/Monat
Erste PlusKarte19,95 €/Monat19,95 €/Monat
Zwei weitere PlusKarten+2 × 14,95 €/Monat2 × 14,95 €/Monat
Zusammen109,80 €/Monat134,80 €/Monat
Im Mittel pro Karte27,45 €/Monat33,70 €/Monat

Einmalige Bereitstellung kommt gegebenenfalls dazu. Kids-&-Teens-Tarife haben eigene Konditionen; die sind in dieser bewusst einfachen Rechnung nicht enthalten. Es geht hier um einen vergleichbaren Listenpreis, nicht um einen schön gerechneten Effektivpreis nach siebzehn Gutscheinen.

Grob um die 30 Euro pro Anschluss also. Das erinnerte mich an meinen alten Text über den 39-Euro-Kostenairbag von Simyo und die Kunst, den ARPU zu erhöhen. ARPU, der durchschnittliche Umsatz pro Kunde, war damals das Stichwort. Wobei die 39 Euro bei Simyo ein Kostendeckel waren, keine feste Monatsgebühr. Der Vergleich hinkt also tariflich ein wenig. Als Zeitreise funktioniert er ausgezeichnet: Heute liege ich in der L-Beispielrechnung sogar 11,55 Euro darunter und bekomme dafür eine ziemlich andere Leistung.

Denn MagentaMobil M und L werden mit einer regulären PlusKarte in Deutschland unlimited, für Hauptkarte und reguläre PlusKarten. Dafür brauche ich bei M und L keinen Telekom-Festnetzanschluss. XL ist ohnehin unlimited. Die Zeiten, in denen ich mir 5 GB einteilen musste, sind damit für mich endgültig vorbei. Schön.

143 GB Roamingvolumen – und warum London trotzdem dabei ist

Unbegrenzt in Deutschland heißt allerdings nicht unbegrenzt überall. Für die Unlimited-Konstellation nennt die Telekom auf ihrer Partnerkarten-Seite aktuell 143 GB pro Monat im EU-Roaming einschließlich Schweiz und Großbritannien. Das ist die Fair-Use-Grenze, keine weltweite Datenflat. Für meine üblichen Reisen klingt das erst einmal deutlich beruhigender als die zuletzt etwas knapp gewordenen 50 GB.

Und ja: Großbritannien ist nicht mehr EU, die Schweiz war es nie. Das regulierte Roaming zu Inlandskonditionen in EU und EWR ist das eine; dass diese beiden Länder hier mit drin sind, ist eine zusätzliche Tarifleistung der Telekom. Bei einem anderen Anbieter würde ich daraus nichts ableiten. London bleibt politisch außerhalb der EU, auf meiner Mobilfunkrechnung soll es bitte trotzdem möglichst unspektakulär bleiben.

Der eigentliche Reiz: 25 oder 50 GB für die Ferne

Richtig interessant finde ich das zusätzliche Roaming-Jahresvolumen der aktuellen Tarifgeneration: Bei MagentaMobil L sind es 25 GB pro Kalenderjahr, bei XL 50 GB, jeweils für die Ländergruppen 2 und 3. In der hier betrachteten Kombination bekommt jede neue reguläre PlusKarte dieses Jahresvolumen ebenfalls. Das ist also nicht bloß ein Privileg der Hauptkarte.

Das Budget lässt sich über das Kalenderjahr passend zu den eigenen Reisen verbrauchen. Ein großer Urlaub oder mehrere kleine Trips – es gibt dafür keine monatlichen Scheibchen. Zum neuen Kalenderjahr steht das Kontingent wieder zur Verfügung. Relevant sind dabei die ab Februar 2026 eingeführten Tarife und PlusKarten; bei einem älteren Vertrag würde ich erst einmal nachschauen, was tatsächlich gebucht ist.

Für meine Reiseliste ist das ausgesprochen praktisch: USA, Kanada und die Vereinigten Arabischen Emirate fallen in diese Ländergruppen. Das ist zwar nicht buchstäblich „überall auf der Welt“, aber für San Francisco, Toronto oder Dubai schon eine ziemlich brauchbare Antwort auf die alte SIM-Karten-Frage. Normale Mobilfunknetze sind gemeint; Schiffs- und Flugzeugnetze sind ein eigenes Thema. Und ein Datenbudget ist selbstverständlich keine weltweite Telefonie-Flat.

Für ein oder zwei Wochen Urlaub sollten 25 GB bei meiner normalen Nutzung hoffentlich reichen. Versprechen würde ich mir das nach London vorsichtshalber nicht. Im Zweifel muss ich eben ein bisschen weniger Musik streamen und sie dafür häufiger live hören. Wobei Garth Brooks als Datensparmaßnahme finanziell eher schwierig zu rechtfertigen sein dürfte.

Und dann funktioniert es im Zug auch noch besser

Was mich gerade zusätzlich freut: Auf meinen Zugfahrten wirkt das Telekom-Netz bisher tatsächlich brauchbarer. Das ist eine persönliche Beobachtung auf meinen Strecken, kein bundesweiter Netztest. Aber wenn ich unterwegs arbeiten will, interessiert mich die Verbindung vor meinem Sitzplatz am Ende mehr als die hübscheste Abdeckungskarte.

Auch das Hotel-WLAN verliert damit einen Teil seiner Macht über den Abend. Wenn die Verbindung nervt, mache ich den Hotspot an. Im Ausland mit einem Auge auf das jeweilige Budget, in Deutschland inzwischen ohne dieses kleine innere Megabyte-Zählwerk. Vorausgesetzt natürlich, im Zimmer kommt Mobilfunk an.

Über Arbeiten und Erreichbarkeit unterwegs habe ich hier ebenfalls schon vor vielen Jahren geschrieben. Die Grundfrage ist geblieben. Nur möchte ich heute weniger Zeit damit verbringen, die Verbindung zu organisieren. Für jemanden, der mal eine internationale SIM-Karten-Sammlung mit sich herumgetragen hat, ist das ein durchaus angenehmer Fortschritt.

Ich hätte vor zwei Jahren nicht gedacht, dass ich hier einmal recht überzeugt über Telekom-Tarife schreibe. Nun. Man darf seine Meinung ja ändern, wenn sich die Rechnung ändert. Und wenn die Karte in London dann auch noch bis zum Hotel zurückreicht, bin ich fürs Erste zufrieden.

Falls Ihr gerade ebenfalls Euren Vertragszoo sortiert: Hier ist mein Telekom-Empfehlungslink (Werbung). Bei einem berechtigten Vertragsabschluss können Ihr und ich eine Prämie erhalten. Ob und in welcher Höhe, hängt vom gewählten Produkt und den aktuellen Teilnahmebedingungen ab.

Tarifstand: 4. Oktober 2026. Titelbild: KI-generierte Illustration.


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